Bericht zum Schorstner Treffen 2017 in Schorsten

Vor dem Kultursaal

Vom 10. bis 14 August, die Woche nach dem großen Hermannstädter Treffen, fand auch das Schorstner Treffen in Schorsten statt. 105 Teilnehmer waren am Festtag anwesend, wovon 78 aus Deutschland angereist waren. Das sind nicht ganz so viele Teilnehmer wie in Ludwigsburg, dafür kamen viele junge Menschen, die ihren Ursprungsort noch besser kennenlernen wollten. Es wurde ein abwechslungsreiches und vor allem mit vielen Themen organisiertes Treffen, das über vier Tage ausgelegt war. Vor allem die  jungen Leute sollten die Möglichkeit haben, den Ort und die Umgebung noch besser kennenzulernen. Der Bürgermeister und Gemeindeverwaltung waren sehr kooperativ und bejahend für dieses einmalige Ereignis.

Tag 1. Das Treffen begann mit der Besichtigung des Kirchengebäudes und Gang zu den 3 Friedhöfen der ehemaligen sächsischen Bevölkerung dieses Ortes. Die Friedhöfe erhielten zuvor aufgrund der Spenden der HOG – Mitglieder neue Eingangstore. Sowohl Kirche als auch die Grabsteine mit den eingravierten bekannten Namen, kamen den Anwesenden der jungen Generation wie Reliquien aus einer anderen Welt vor. Auch Emotionen konnten bei einigen geborenen Schortnern nicht verborgen bleiben. Jugendliche und Kinder konnten sehen, wo ihre Großeltern oder Urgroßeltern einmal gelebt und begraben wurden.

Danach ging es in großer Gruppe auf Wanderschaft, mit Proviant für ein Picknick, und viel Flüssigkeit zum Dorf Ende in Richtung Scholten, mit Überquerung des Berges und Rückkehr am anderen Ende der Gemeinde. Am Nachmittag trafen sich die Anwesenden dann im Garten von Michael Barth und gestalteten einen Grilllabend, da zuvor für diesen Zweck ein Schwein, das im Ort gezüchtet, geschlachtet wurde. Dieser erste Tag endete mit einem großartigen Lagerfeuer auf das sich vor allem die Jugendlichen und Kinder besonders freuten, mit Gesang von bekannten Liedern, in Begleitung von Akkordeon und Gitarre.

 Tag 2. Am zweiten Tag unternahm die Schorstner Gemeinschaft eine Reise nach Alba Julia (Weisenburg) zur Besichtigung von geschichtlichen Sehenswürdigkeiten der dortigen Burganlage. Ein Ort der politisch auch sehr eng verbunden ist mit der Geschichte der Siebenbürger Sachsen. Nach Ankunft in Alba gab es ein Rittermahl, in einem mittelalterlich ausgestatteten Restaurant des Burgkellers. Danach hatte die Schorstner Reisegruppe eine deutschsprachige Führung und konnte sich  dabei die Ausrüstung und Kriegsführung von einem römischen „Centurio“ vorführen lassen. Nach der Rückreise gab es am Abend in Schorsten, bei sehr gutem Wetter unter freiem Himmel, kulinarisches Speisen mit Spezialitäten aus der Region

Tag 3. Der Festtag begann mit einem Gottesdienst in der Schorstner Kirche. Ganz besonders emotional stellte sich das Glockengeläute mit allen drei Glocken dar, welches die meisten Anwesenden schon solange nicht mehr gehört hatten. Der Gottesdienst wurde vom Hermannstädter Pfarrer Wolfgang Rehner abgehalten, welcher eine Woche zuvor, beim Hermannstädter Treffen mit der Honterius-Medailie für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Zum Schluss des Gottesdienstes spendete Pfarrer Rehner einige seiner selbst geschriebenen Bücher der Schorstner HOG, welche anschließend an interessierte Gemeindemitglieder weitergegeben wurden. Die fehlende Orgel wurde durch ein Keyboard mit unterstützendem Verstärker ersetzt, welches Michael Barth bediente. Die Psalmen waren auf Singblätter zweisprachig abgedruckt, so dass auch die rumänischen Gäste mitlesen und verstehen konnten. Das allbekannte Lied „Großer Gott wir loben Dich“ sangen die Kirchenteilnehmer stehend als letztes, bevor sich HOG Vorsitzende Michael Barth bei allen Besuchern bedankte und das besondere Moment der Gegenwart den Anwesenden bewusst machte. „Es könnte der letzte Gottesdienst in dieser Form gewesen sein“, da nun vom Kirchenkonsistorium überlegt wird, das Kirchengebäude an die Gemeinde zu verkaufen, um von der einheimischen Bevölkerung zu einer Andachtskapelle umgestaltet werden zu können. Eine endgültige Entscheidung steht aber noch aus.  Nach dem feierlichen Gottesdienst wurden die Schorstner von einer Blaskapelle überrascht, welche die feierliche Gemeinschaft mit einem Siebenbürgischen Marsch empfing und zum Kultursaal führte. Nach dem Empfang mit Sekt und siebenbürgische sächsischen Gebäck, bei sehr schönem Wetter vor dem Saal, gab es nach der Ansprache des Bürgermeisters das Mittagsessen, welches von der aus Schorsten stammenden Mediascher „Edelweis“ - Hotelbesitzer Familie geliefert wurde. Neben einer Videopräsentation mit Bildern über den Ort von über 100 Jahren, gab es mehrere Kultur-Themen als Vorträge-,  Gesang und Volkstanz der Schorstner Tanzgruppe.  Der Abend wurde abgerundet mit einem Tanzball, mit der aus Deutschland angereisten und sehr beliebten „Hamonie-Band“. Nun kamen auch die „Line Dancer“ auf ihre Kosten, die extra dafür mit der Tanztrainerin Trudi Schneider bereits schon längere Zeit geübt hatten.   

 

 4. Der vierte Tag war dem Treffen mit der einheimischen Bevölkerung gewidmet sowie der Besichtigung der Schule und des Gemeindemuseums. Vor dem Kultursaal wurden eine Bühne und mehrere Zelte aufgestellt. Es wurde gegrillt und Getränke verkauft. Eine Musikband spielte sowohl deutsche als auch rumänische Songs und der Bürgermeister wie auch der HOG Vorsitzende begrüßten die Anwesenden. Es wurden Abzeichen mit dem Schorstner Wappen verteilt und Gespräche mit der einheimischen Bevölkerung geführt. Menschen konnten sich z.T. nach sehr langer Zeit wieder sehen. Es wurde die Schule und das Museum besichtigt. Die Teilnehmer wurden herzlichst empfangen und vom Schuldirektor und einem aus Schorsten stammenden Geschichtsprofessor, welcher extra aus Temeswar angereist war, begrüßt. Danach gab es vom ehemaligen Schuldirektor Bugner im Vorraum des Schulgebäudes einen Vortrag zur Schorstner Geschichte und zur Entwicklung des Ortes. Der Vortrag und Disput wurde aufgezeichnet und für die Schorstner Chronologie archiviert. Die Schorstner HOG spendete sowohl für die  Gemeinde als auch das Museum einen Geldbetrag, welcher jeweils an die zuständigen Empfänger feierlich in Form eines großen Cheks übergeben wurden. Anschließend wurde weiterhin bis spät in die Nach zusammen gefeiert. Damit ging ein schönes Wiedersehensfest zu Ende, dass es in Schorsten in dieser Art nur einmalig gegeben hat.  Allen, die dieses Treffen organisiert und mitgeholfen haben, sei ein herzlicher Dank ausgesprochen. Ebenso der Gemeindeverwaltung Schorsten und Kleinschelken, welche es ermöglicht und alles Erforderliche zur Verfügung gestellt haben.

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